Erfahrungen

Aus Fehlern lernen und Probleme beheben !

Ich möchte diese Seite ausdrücklich nur dafür nutzen, um Anfängern und zukünftige Taucher zu sensibilisieren.

Beim Tauchen kann es jederzeit Überraschungen und Probleme geben, die normalerweise mit einer guten Ausbildung leicht zu bewältigen sind.

Tauchunfälle geschehen meist aus Selbstüberschätzung, Panik, Unerfahrenheit, mangelhafter oder beschädigte Ausrüstung.

Viele Probleme können durch den Buddy-Check oder Gesprächen vor dem Tauchgang vermieden werden!

Es wäre schön wenn mehr Taucher über Ihre Erfahrungen mit Problemen und deren Bewältigung berichten würden. Dies hilft anderen Tauchern solche Erfahrungen zu vermeiden.

 

Folgende Regeln sind unbedingt zu beachten !

  • Tauchen ist ein Partner-Sport. Tauche niemals allein und spreche dich vorher ab !
  • Die Eigene Sicherheit und die des/der Tauchpartner(s) haben absolute Priorität !
  • Ruhe Bewahren, in jeder Situation !
  • Bei Bedarf Hilfe von einem anderen Taucher abfordern, auch wenn man sich wie ein Idiot vorkommt, oder es gegen das eigene Ego geht.
  • Zur eigenen Sicherheit lieber einen Tauchgang bzw. eine Tauchgangserie kontrolliert abbrechen, als ein Risiko eingehen. d.h. die eigenen Grenzen erkennen und entsprechend handeln.
  • Kontrolliere dein Equipment vor jedem Tauchgang selbst ! Verlasse dich nicht auf Andere !
  • Vermeide Hektik und Stress. Lasse dich nicht von deinem Partner oder anderen Tauchern hetzen.

 

Kuba (Varadero) im Februar 1998

  1. "Schlechte Tarierung"

    Erster Tauchgang :

    Als blutiger Anfänger buchte ich mich gleich für ein Tauchpaket von 10 Tauchgängen (ist ja billiger) auf einer Tauchbasis in Varadero ein. Ich hatte keinen eigenen bzw. bekannten Tauchpartner. Die Leihausrüstung war mit Sicherheit nicht im besten Zustand.
    Bei meinem ersten Tauchgang hatte ich nicht genügend Blei und war somit nicht austariert. Mit Mühe kam ich mit Hilfe meines Buddys runter. Ich hatte den ganzen Tauchgang mit meiner Tarierung zu tun.
    ==> Problembehebung : mehr Blei, gut austariert tauchen gehen (ggf. als erster ins Wasser und Tarierung überprüfen).

  2. "Abblasende 2. Stufe"

    Zweiter Tauchgang, am selben Tag :

    Bei meinem zweiten Tauchgang, am selben Tag, blies meine zweite Stufe (der Lungenautomat) unkontrolliert ab. Ich hatte ca. 14 äußerst unangenehme Atemvorgänge, bis der Automat wieder funktionierte (ich wollte beim nächsten Atemzug schon auftauchen).
    ==> Problembehebung : Lungenautomaten einmal kurz aus dem Mund nehmen und die "Munddusche" drücken, ggf. wiederholen (meist ist es nur ein Sandkorn).

  3. "Undichtes Inflatorventil"

    Dritter Tauchgang, am darauf folgenden Tag :

    Ich outete mich vor dem Tauchgang, wie bereits an den beiden vorhergehenden Tauchgängen, meinem neuen Buddy gegenüber als Anfänger. Mein Buddy hatte bereits mehr als 150 Logbuch-Einträge. Hier nun blies mein Inflatorventil langsam in mein Jacket, nach meinem ersten Tarierversuch. Na ja, kein Problem. Nachdem ich langsam aufstieg, ließ ich wieder Luft ab. Jetzt war ich wieder untertariert. Also wieder Luft über den Inflator nach pumpen. Auch dieses Mal hielt das Ventil nicht dicht, und so wiederholte sich das Spielchen, bis ich meinen Buddy darauf aufmerksam machen konnte. Er holte sogleich den Tauchguide von der Basis heran und sie untersuchten in ca. 16 Meter was denn mein Problem sei. Hierbei stellten sie fest, dass einige kleine Luftbläschen aus dem Anschluss meiner ersten Stufe am Ventil drangen. Als ich dann endlich klarmachen konnte, dass mein eigentlich akutes Problem im Inflatorventil bestand, zog mein Tauchguide einfach am Inflatorschlauch. Er öffnete so das Schnellablassventil und bedeutete mir, dass ich das Inflatorventil nicht mehr benutzen solle. Daraufhin dümpelte ich völlig überbleit, wie ein Seepferdchen, hinter der Gruppe hinterher.
    ==> Problembehebung : Lungenautomaten, nach einem Atemzug (ggf. mehrfach wiederholen), aus dem Mund nehmen und die Weste mit dem Mund aufblasen. (Wie man es eigentlich in der Tauchausbildung gelernt und dann wieder vergessen hat.)

Nach diesen Erfahrungen brach ich das Tauchen auf Kuba ab. Zu meiner eigenen Sicherheit verlagerte ich meine Freizeitaktivitäten aufs Schwimmen im Meer.

 

Cozumel / Mexico  1999

  1. "Schlechte Tarierung, Buddy unterbleit".

    Wir fuhren gemeinsam, in einer von der Tauchbasis zusammengestellten Gruppe, rüber nach Cozumel. Hier wollten wir an diesem Tage zwei schöne ruhige Tauchgänge absolvieren. Der Erste sollte ein Drifttauchgang sein. Nach dem Briefing hieß es Ausrüstung anlegen und alle gleich hintereinander rein ins kühle Nass, um dann gemeinsam abzutauchen. Beim Abtauchen bemerkte ich, dass mein mir zugewiesener Buddy nicht nachkam. Er kam einfach nicht herunter. So entschied ich mich bei meinem Buddy zu bleiben und tauchte zu Ihm auf. Ich fragte was denn los sei. Er antwortete mir, dass er nicht runter käme. Wir schwammen schnell zum Boot zurück und ließen uns noch etwas zusätzliches Blei geben. Dies steckte ich Ihm dann in eine Tasche. Nach dem obligatorischen OK tauchten wir beide nun ab und suchten unsere Gruppe. Da dies ein Strömungstauchgang war, war die Gruppe bereits außer Sicht. So entschlossen wir uns, so unerfahren wie wir waren, wieder zum Boot zurück zu kehren. An der Oberfläche angekommen zeigte uns der Bootsführer wir sollen ruhig abtauchen und wies uns noch mal die Richtung.  Die Gruppe fanden wir zwar nicht, aber dafür hatten wir einen sehr schönen und ruhigen Strömungstauchgang.

Hurghada / Ägypten Oktober 2000

  1. "Kreisende Boote über uns"

    Bei einem meiner Tauchgänge im Roten Meer wollten wir gerade auftauchen und versammelten uns im 6 m Tiefe unter den Booten, als wir plötzlich lautes Aufheulen von Bootsmotoren vernahmen. Es setzte ein nicht enden wollender Schiffsbetrieb über uns ein. Wir duckten uns und schmiegten uns an den sandigen Boden, ständig ein besorgten Blick auf unseren Finimeter, und warteten geduldig ab bis sich der hektische Betrieb über uns gelegt hatte. Unser Tauchguide zeigte an Ruhe zu bewahren und Geduld zu üben.
    Was war geschehen ? In Ägypten gibt es seit wenigen Jahren, löblicher Weise, Bojen-"Ankerplätze" für die Boote. Allerdings nur wenige Bojen für viele Boote in Hurghada und Umgebung. An einer Boje liegen bisweilen bis zu fünf Boote und mehr, die aneinander festmachen. Wenn nun das erste Schiff weg möchte, müssen alle Anderen mit ablegen und wieder neu Festmachen.

    Es fällt einem nicht leicht, am Ende eines Tauchganges bei solch einer Aktion über einem, die Ruhe zu bewahren, zumal wenn das Finimeter langsam immer weniger anzeigt.

  2. "Geplatzter O-Ring an der Flasche"

    Am Anfang eines geführten Tauchganges ergab es sich, dass wir uns in ca. 20 m Tiefe versammelten. Auf einem Mal setzte plötzlich ein Lärm ein, als wenn über uns verschiedene Boote plötzlich anfangen zu kreisen. Ich suchte die Oberfläche ab um herauszubekommen was da oben abging. Konnte aber keine Boote entdecken. Dann prüfte ich meine Ausrüstung und konnte auch hier keine Ursache entdecken. Erst als ich mit der Hand mal nach hinten fasste stellte ich fest, dass im Bereich des Ventils und erster Stufe ein starker Strom von Luftblasen herauskam. Nun richtete ich mich in die senkrechte Position auf und merkte es auch an meinen Haaren. Ich griff zu meinem Schaker um mich gegenüber meinem Buddy bemerkbar zu machen, als bereits unser Tauchguide zu mir kam. Mein Buddy war jetzt auch auf mein Problem Aufmerksam geworden und stieß sofort zu uns. Der Guide machte mir Zeichen Ruhe zu bewahren, drehte mir die Flasche zu und gab mir erst dann seinen Oktopus.
    Er machte dies leider in der falschen Reihenfolge, denn ich hatte gerade ausgeatmet als das Ventil schloss und so bekam ich doch noch kurz ein Problem mit der Atmung in dieser Tiefe. Nachdem er mir seinen Oktopus gegeben hatte, checkte er ob alles in Ordnung sei. Ich bejahte und so tauchten wir gemeinsam (zusammen mit meinem Buddy) zu unserem Boot auf, während der Rest der Gruppe unten auf uns wartete. Ich ging kurz an Bord, prüfte was passiert war und wechselte kurzerhand die Flasche und wir setzten den Tauchgang gemeinsam fort. Es wurde noch ein herrlicher Tauchgang.
    An der Oberfläche sagte ich ihm dann, dass es besser gewesen wäre wenn er mir zuerst seinen Oktopus gegeben und mir dann erst die Flasche abgedreht hätte. Es bleibt anzumerken, dass sich die O-Ringe an der Flasche befanden und allgemein nicht in besten Zustand waren. Im übrigen sollte jeder Taucher auch bei Leihequipment darauf achten, dass die O-Ringe in Ordnung sind.

    Grundsätzlich bleibt fest zu halten, dass ein geplatzter O-Ring jederzeit vorkommen kann. Solange man selbst die Ruhe bewahrt, man auf sich aufmerksam macht, der Buddy in der Nähe ist und sogleich handelt (zuerst Oktopus reichen und dann Flasche abdrehen), kommt man ohne Gefahr wieder an die Oberfläche. Hier zeigt sich allerdings wieder einmal, dass das Buddy-Team-System beim Tauchen zwingend notwendig ist. Ein Buddy-Team kann nur aus zwei oder drei Personen bestehen. Werden es mehr Personen so bildet man eine Gruppe mit mehreren festen Buddy-Teams!

  3. "Erster ungeführter Tauchgang, Führen und aufkeimende Panik"

    Auf einen meiner ersten Tauchgänge allein mit meinem Buddy ergab es sich, dass wir mal wieder in einem Tauchspot abtauchten welches wir noch nicht kannten. An Bord des Schiffes wurde ein detailliertes Briefing abgehalten. Da ich den Tauchgang führen sollte prägte ich mir alles sehr gut ein. Wir tauchten ab, umtauchten das große Riff und folgten den Anweisungen schräg rüber zum Korallengarten. So gelangten mein Buddy und ich in den erwarteten Korallengarten. Es war unbeschreiblich schön.
    Gemäß Empfehlung und Absprache machten wir uns bei knapp unter 100 bar wieder auf den Rückweg, fanden auch die Rückseite des großen Riffs und tauchten an ihm entlang zurück. Da man unter Wasser die Entfernungen schlecht einschätzen kann, erwartete ich stets bei der nächsten Biegung die große Biegung zurück zum Boot vor mir zu haben. Zumal wir die Rückseite des Riffes vorher noch nicht betaucht hatten. Nur leider erwies es sich jedes Mal als eine Einbuchtung im Riff. Stets den Blick aufs Finimeter und Check des Buddys schlich sich bei mir langsam ein ungutes Gefühl ein. Ich beschloss den Tauchgang in geringerer Tiefe fortzusetzen um Luft zu sparen. Ich wusste, dass ich richtig bin und trotzdem wollte sich ein Gefühl des Alleinseins und der Hilflosigkeit einschleichen. Es kam so langsam aufkeimende Panik auf.
    Da ich wusste das die Richtung ok war und es nicht mehr weit sein konnte, wartete ich an einer schönen Stelle einen Moment ab und versuchte wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, setzte ich den Rückweg weiter fort. Mein Buddy bekam von alledem nicht viel mit, da ich ja führte konnte er sich auf die Umgebung konzentrieren. Endlich erreichten wir die große Biegung und jetzt wusste ich, dass es nicht mehr weit bis zu unserem Schiff war. Ich sah die erste Bojenleine der vorgelagerten Boote. Nur noch ein Stück und dann waren wir da. Nur konnte ich unsere Bojenleine nirgends entdecken. So entschloss ich mich kurz mal aus nur noch 3m Tiefe aufzutauchen und zu schauen wo wir denn seien. Hierbei hätte ich mir beinahe den Kopf an dem Bug unseres Schiffes gestoßen. Na ja, waren wir wohl doch nicht so falsch :-))).

  4. "Druckausgleichsprobleme, und wie sich die Buddy´s und die Gruppe aus dem Staub machten"

    Am letzten Tauchtag meines Urlaubs in Ägypten reiste mein bewährter Buddy Christian leider ab. Da ich selbst allerdings den Tag noch zum Tauchen nutzen wollte, schrieb ich mich auf einem Schiff nach "Abu Haschish" mit ein. An Bord war eine Reisegruppe mit einem deutschen Tauchlehrer und zwei Tauchlehrerinnen der Basis Jasmin, mit einem Tauchschüler. Als wir am Tauchplatz angekommen waren, wurde das obligatorische Briefing abgehalten. Anschließend wurden die Gruppen und Buddyteams gebildet. Eine Basistauchlehrerin gab einen Schulungstauchgang für den Tauchschüler. Die Andere ging mit einer Gruppe von Tauchern auf einen flachen Tauchgang.
    Unsere Gruppe wollte einen tiefen Tauchgang auf ca. 28 m machen und bestand aus 7 Personen, aufgeteilt in drei Buddyteams. Der deutsche Tauchlehrer mit seiner Partnerin führte die Gruppe. Dahinter ein weiteres zweier Team und am Schluss unser dreier Team. Wir Tauchten gemeinsam durch die schmale Durchführung zum Außenriff und hatten zum Teil mit etwas Strömung zu kämpfen. Über den leicht abfallenden Sandboden tauchten wir zur Kante des Drop Off´s in ca. 20 m, als ich plötzlich bei 18 m ein Druckausgleichsproblem bekam. Ich stoppte ab und machte mich meinen Buddys gegenüber bemerkbar, dass ich ein Problem mit dem Druckausgleich habe, ein Stückchen höher müsse und sie warten sollen bis ich wieder zu ihnen stoße. Dann tauchte ich ein Stückchen höher um den Druckausgleich wieder hin zu bekommen, damit wir den Tauchgang weiterführen konnten.
    Meine Buddys allerdings gaben mir ihr OK-Zeichen, drehten sich um, tauchten hinter der Kante ab und verschwanden aus meinem Gesichtsfeld. Ich glaubte es kaum was ich da erleben musste. Die Buddys lassen einen anderen Buddy mit einem Problem in Stich und machten sich aus dem Staub um einen schönen Tauchgang zu haben ! Vor lauter Verwunderung und Ärger bekam ich den Druckausgleich kaum noch hin.

    Ich überlegte, was kannst du jetzt machen ? Welche Möglichkeiten hatte ich ?
     
    1.) Die sicherlich schlechteste Möglichkeit war, schnell hinterher zu tauchen.
    2.) Eine weitere, in diesem Falle auch nicht die Sicherste, oben an der Kante hinterher zu tauchen bis die Gruppe wieder zur Kante auftauchte.
    3.) Die offiziell richtige Möglichkeit, dort wo man ist langsam aufzutauchen und an der Oberfläche zu warten um sich wieder zu finden. Aber es suchte mich ja schließlich keiner. Die Buddys waren abgehauen!
    4.) Die letzte Lösung schien mir in diesem Falle die einzig richtige : Langsam zurück und auftauchen, unter Einhaltung des Sicherheitsstopps.

    Ich suchte noch den Durchgang zum Innenriff wo unser Schiff lag, konnte den Durchgang aber leider nicht finden und suchte mir dann schließlich eine halbwegs passable Stelle aus, um mit aufgeblasenen Jacket über das Riffdach zur Innenseite zu schwimmen. Dort tauchte ich in 3m Tiefe ab um unter den Wellen zum Boot zurück zu tauchen. Auf dem Boot, nach einem Tauchgang von insgesamt 25 Minuten, angekommen verstaute ich vor Wut erst einmal meine gesamte Ausrüstung und beschloss, mit diesen gefährlichen Buddys nicht wieder zu tauchen. Fünf Minuten später kam die ganze Gruppe zurück, nur der Tauchlehrer blieb noch unten und beendete seinen Tauchgang. Als die Gruppe und meine beiden Buddys wieder an Bord waren gab es erst einmal meinem Ärger heftig Luft und teilte den Beiden mit, dass ich mit ihnen auf keinen Fall wieder abtauchen werde, da sie eine Gefahr für ihren Buddy seien.

    Trotzdem ein großes Lob an den deutschen Tauchlehrer. Er hatte in 28 m Tiefe festgestellt, dass ein Taucher der Gruppe fehlte, stoppte und fragte wo der denn sei. Er bekam nur ein Zeichen der habe Probleme mit dem Druckausgleich gehabt und sei nach oben. Wo er sei wisse man nicht. Daraufhin brach der Tauchlehrer den Tauchgang sofort ab, tauchte bis zur Riffkante auf und suchte mich. Dann führte er sofort die Gruppe zum Boot zurück um fest zu stellen ob ich zurück bin, oder ob man mich suchen muss.
    Nachdem er zurück an Bord war sprachen wir beide die Situation nochmals durch. Es bleibt festzuhalten, dass ein weniger besonnener oder erfahrener Taucher an diesem Tauchplatz schlimmste Schwierigkeiten hätte bekommen können. Zu meinem Glück kannte ich diesen Tauchplatz bereits. Der Tauchlehrer überredete mich den nächsten Tauchgang, bei "Godda Abu Muchadi", zusammen mit ihm als Buddy zu machen. Wir verabredeten, dass wir die Gruppe führen würden und er zwischendurch U/W-Fotos machen würde. Ich hielt mich stets in seiner Nähe auf und führte die Gruppe, nicht ohne stets auch deren OK und Luftvorrat abzuchecken. Ordnungsgemäß ließ ich die Teams mit 45 bar, nach 40 bzw. 48 Minuten, auftauchen und überwachte dies. Wir, der Tauchlehrer und ich blieben noch so lange unten, bis wir nicht interessantes zum Fotografieren mehr entdecken konnten und uns langweilig wurde. Dieser herrliche Tauchgang war nach 67 Minuten beendet.
    Abschließend konnte ich noch einen wunderschönen Nachttauchgang absolvieren, der anschließend nur noch durch den klaren Sternenhimmel übertroffen wurde.

El Quesir / Ägypten Mai 2001

  1. "Strömung und tieferes Abtauchen als abgesprochen".

    Wir wollten als Vierergruppe (zwei Buddyteams) einen schönen ruhigen Tauchgang am Hausriff unternehmen und ließen uns zu diesem Zweck mit einem Schlauchboot absetzen. Nach dem wir in Wasser geglitten sind und das obligatorische OK-Zeichen gegeben hatten, tauchten wir ab. In ca. 16 m Tiefe erfasste uns eine heftige Gegenströmung. Ich führte die Gruppe zusammen mit Olli. Wir versuchten uns tapfer voran zu arbeiten, mussten aber auf unseren Kollegen Uwe ( 69 Jahre jung ) Rücksicht nehmen. So beschlossen wir, dass es keinen Zweck hatte und tauchten auf. Nach kurzer Absprache entschieden wir, dass wir versuchen den Tauchgang in 3 bis 6 m Tiefe, im strömungsgeschützten Bereich, fortzusetzen. Mein Buddy bekam ein Druckausgleichsproblem und kam nicht runter. Wir machten Zeichen, dass ich bei den beiden Anderen bleiben solle und er an der sicheren Oberfläche. Meine beiden Buddys tauchten entgegen der vorherigen Absprache plötzlich wieder auf 16 m ab und bekamen wieder die volle Strömung zu spüren. Ich machte umgehend Zeichen zum Auftauchen, da es einfach keinen Sinn machte uns dort unten abzustrampeln. So trafen wir uns wieder an der Oberfläche mit Olli und begaben uns schwimmend auf den Rückweg. Kurze Zeit später setzte das Schlauchboot zwei weitere Taucher (trotz unserer Warnungen) dort ab, wo wir gerade gescheitert waren. Zum Glück nahm uns das Schlauchboot wieder auf und mit zum Strand zurück. Sonst hätten wir ganz schön lange schwimmen müssen. Der Tauchgang war für uns Drei nach ca. 16 Minuten und für Olli bereits nach ca. 8 Minuten beendet.

Lembeh Street / Sulawesi - Indonesien November 2008

  1. "Fehlendes Blei, nicht komplett geöffnetes Ventil und Inflator-Schlauch".

    Es waren bereits drei herrliche Tauchtage vergangen. Die Bootscrew kümmerte sich um alles! Sie kümmerten sich um das Tauchequipment vom ersten bis zum letzten Tage an. Es wurde an und vom Bord gebracht, aufgerödelt und ausgewaschen. Am letzten Tag, nach dem letzten Tauchgang, komplett ausgewaschen und getrocknet. Uns Tauchern wurde jeder Wunsch von den Lippen abgelesen! Wo möchtest du hinfahren, was möchtest du sehen ? Es wurde erfüllt. Wir Taucher brauchten morgens nur einmal kurz unser Equipment auf Vollzähligkeit checken und zum Tauchen in den Anzug zu schlüpfen. Selbst das Jacket mit der geöffneten Flasche wurde uns auf den Rücken gehoben............. Wir (Christian + ich) hatten ein Boot, einen Guide und die Bootscrew fast für uns alleine. Am zweiten Tag wurden wir gefragt ob es uns etwas ausmachen würde wenn wir einen japanischen Tauchkollegen mit seinem Guide mitnehmen würden. Das Boot war groß genug uns somit stand dem nichts im Wege. Am vierten Tauchtag hatten wir zusammen mit anderen Tauchern unseres Tauchresorts Divers Lodge Lembeh beschlossen einen early morning Tauchgang am Außenriff von Lembeh, auf der Süd-Ostseite, zu unternehmen. Hier erwarteten wir auch einmal etwas größere Fische zu sehen. 5:15 Uhr am Boot, 5:45 Uhr im Wasser, 1 Stunde Tauchgang, anschließend zurück zum Resort zu Frühstück. Ein leichter Drift- (Strömungs-) tauchgang, ohne Highlights oder jedwede Probleme. Nach dem Frühstück bestiegen wir wieder zusammen mit unserem japanischen Tauchkollegen unser Boot. Wir tauchten ein weiteres Mal zu einem wunderschönen Tauchgang ab. Anschließend wurde unser japanischer Tauchkollege, zusammen mit seinem Guide und seinem Equipment, mittels Speedboot abgheolt, da es sein letzter Tauchgang gewesen war. Somit hatten Christian und ich unser Boot mit Guide und Crew wieder für uns alleine. Nach einer entspannenden Oberflächenpause machten wir uns erneut zum Abtauchen bereit. Irgendwie kam ich bei diesem Tauchgang jedoch nicht richtig runter. Naja, ohne weiter darüber nachzudenken Kopfüber runter. (Man hats ja halt gelernt....) Aber irgendwie war die Tarierung auch in der Tiefe nicht einwandfrei in Ordnung. Während ich noch so darüber nachgrübel, bekomme ich in ca. 22m Tiefe nicht mehr richtig Luft. Es ist als atme ich durch einen zu kleinen Schlauch, der zwischendurch auch richtig zumacht. (ein scheiss Gefühl !) Nach drei, vier Atemzügen bin ich bei Christian und mache ihm Zeichen : Habe keine Luft ! Christian reagiert sofort und reicht mir seinen Oktopus. Ich gebe ihm Zeichen, dass etwas mit meiner Flasche bzw. meinem Ventil nicht in Ordnung sei. Er kontrolliert das Ventil und stellt fest, dass das Ventil um 1 1/2 Umgrehungen geschlossen war. Er öffnet das Ventil und ich kann wieder auf meinen eigenen Atemregler umsteigen. Problem gelöst, Tauchgang fortsetzen. Nun stelle ich auch fest, dass mir 2 x 2 Kg Blei in den Bleitaschen meines Jackets fehlen, und zeige Christian meine leeren Bleitaschen. (Ich tauchte mit 2x2 kg in meinen Bleitaschen im Jacket integriert und nochmal 4 Kg im Bleigurt. Somit fehlten mir 4 Kg !) Christian verstand leider nicht was ich ihm andeuten wollte. Somit informierte ich unseren Guide, der sofort verstand und mir ein Kilo von sich abgab. Dadurch wurde das der Tauchgang wieder etwas komfortabler, bis in eine Tiefe von ca. 5-6m. Hier musste ich dann doch noch etwas mehr arbeiten um unten zu bleiben. Nach dem Auftauchen wollte ich nun an der Oberfläche mein Jacket aufblasen um entspannt auf das Boot zu warten, das uns einsammeln würde. Beim drücken auf den Inflator rutschte nun der dicke Inflatorschlauch vom Griff zum Jacket ab. Somit konnte ich nun das Jacket nicht mehr aufblasen. Irgendwie hat sich offensichtlich der Kabelbinder etwas gelöst gehabt. Da ich sowieso wenig Blei mit mir führte, hatte ich nur leichte Probleme an der Öberfläche zu bleiben. Anderenfalls hätte ich das Blei abgeworfen oder an meinen Buddy oder Guide weitergegeben. Zurück an Bord war ich ersteinmal stink sauer, drei Probleme während eines einzigen Tauchgangs, und suchte nach Erklärungen was die Ursachen waren.
    1.) Vermutlich hatten der japansche Tauchkollege und ich gleich aussehende Bleitaschen. Somit ist sein Guide vermutlich beigegangen und hat nach seinem letzten Tauchgang versehentlich meine Bleitaschen ausgeräumt. Ob der Irrtum bemerkt wurde oder nicht kann ich nicht sagen. Jedenfalls steckten meine beiden leeren Bleitaschen ordnungsgemäß im Jacket. Nach dem vorherigen beiden Tauchgängen gab es normalerweise keinen Grund für mich die Taschen zu kontrollieren.
    2.) Ich hatte mich blind darauf verlassen, dass das Ventil von der Bootscrew ordnungsgemäß geöffnet wurde. Ein Fehler, den ich seither nicht mehr gemacht habe. Ich kontrolliere das Ventil als letzter nocheinmal. Danach hat dort niemand mehr etwas zu suchen!
    3.) Der dicke Inflatorschlauch hatte sich vermutlich durch das ständige auf- und abrödeln gelöst gehabt. Das Problem wurde mittels eines neuen Kabelbinders gelöst. Trotzdem bedeutet dies das ich vor jedem Tauchgang seither das Equipment nocheinmal kurz überprüfe. Auch ein Buddy-check hätte das Problem eventuell vor dem Tauchgang zum Vorschein gebracht. Allerdings wird auch beim Buddy-Check üblicher Weise nicht auf jedes Detail geachtet. Das ist jetzt nicht gegen meinen Buddy gerichtet sondern liegt in der Natur der Dinge. Man achtet eher darauf ob der Inflator-Eintrittsschlauch befestigt ist, das Jacket richtig sitzt, die Flasche der Buddy geöffnet ist und ob er sein Blei dabei hat etc.

    Fazit : Überprüfe dein Equipment vor jedem Tauchgang selbst ! Führe stets einen Buddy-Check durch ! Verlasse dich nicht alleine auf die Crew oder andere Helfer ! Tauche in der Nähe deines Buddy.

 

Fazit :

Verlasse dich zu 90 % nur auf dich, deine Ausbildung und Erfahrungen. Die restlichen % kannst du von deinem Buddy erwarten.

Hätte(n) sich mein(e) Buddy(´s) oder die/der Tauchguide(s) entsprechend um mich gekümmert, ich teilte allen vorher meinen Erfahrungsstand mit, wären mir diese unangenehmen Erfahrungen wahrscheinlich weitestgehend erspart geblieben.

(Ich hoffe ich tue einigen sehr guten Tauchlehrern, Tauchguides und Buddy´s hiermit nicht allzu sehr weh, denn sie können diese Erfahrungen eigentlich nur bestätigen!)

Wenn du weitere Berichte oder Anregungen zu hast, so mail sie mir doch einfach.

Kay@dolphindiver.de